Mit allen Sinnen: Lebensqualität und Wahrnehmung fördern

Im Ulmenhof Peggau existiert seit der Eröffnung im Jahr 2013 unter dem Titel „Körper, Geist und Seele“ ein ganzheitlicher Schwerpunkt im psychosozialen Bereich. Neben den Festen des Jahreskreises gibt es zusätzlich abwechslungsreiche Aktivierungsangebote wie die Bewegungstherapie, Sturzprophylaxe, Gedächtnistraining, Rollatortanz, Filmnachmittage, intergenerative Begegnungen und musikalische Aktivierungen. Diese Angebote werden sehr gut angenommen und tragen zur Steigerung der Lebensqualität unserer Bewohnerinnen und Bewohner ganz wesentlich bei.
Darüber hinaus entsteht in einem ersten Schritt in einem Teil des Hauses gerade ein ganz besonderer Bereich: an den neuen, gelb gestrichenen Wänden gibt es verschiedene Möglichkeiten um Gegenstände anzufassen, zu ertasten und Dinge auszuprobieren. Die Ausstellung von Wahrnehmungs – Objekten lassen sich gut in den Betreuungsalltag des Hauses integrieren. Erlebnishaftes zu vollziehen ist dabei nicht nur erlaubt, sondern erwünscht.
Es handelt sich hierbei um ein pädagogisches Konzept, nicht nur für demenziell Erkrankte BewohnerInnen sondern auch zur generellen Erhaltung der kognitiven Flexibilität. Eine Wahrnehmungserfahrung der etwas anderen Art eben. Eine schwarz- weiße Scheibe erzeugt zum Beispiel in der Drehung…na probieren Sie es einfach aus!
Ein herzliches Dankeschön an Therapeutin Monika Rex-Rainwald, die mit viel Liebe zum Detail einige Wahrnehmungsobjekte für den Ulmenhof entworfen und handwerklich gestaltet hat.
Im Frühjahr 2018 wird- in Anlehnung an die Green Care Philosophie- das Projekt in Form eines Sinnenpfads und einer kleinen Gartenanlage weiter ausgebaut.

Eine gemütliche Bauernstube für den Ulmenhof

Mit der „Bauernstub´n“ ist neben dem „Fitness- Stüberl“, dem „Garderoben-Winkel“ und der „Herzerl Stub´n“ im Ulmenhof Peggau soeben eine vierte besondere Insel entstanden – Ein weiterer einladender Bereich, in dem wertschätzende Beschäftigung und Betätigung ermöglicht wird.
In der Bauernstube im Eingangsbereich des Hauses gibt es – wie man es von gemütlichen Küchenstuben kennt – einen Tischbereich sowie eine Sitzecke aus Holz, ein Tellerbord und gemütliche Sessel davor.
Mit viel Liebe zum Detail wurde dabei der Alltag aus früheren Zeiten nachgestellt: Handarbeiten, wie bemalte Teller oder filigrane Miniaturen sowie Schnitzereien aus Holz, Porzellan, bestickte Stoffe und Tischtücher oder bemalte Glasbehälter haben in der Vergangenheit die langen Winterabende gefüllt. Die Bauernstube, die früher aufgrund ihrer Beheizbarkeit der Mittelpunkt eines jeden Wohnhauses war, beinhaltet auch einen „Herrgottswinkel“ der von sozialer und religiöser Bedeutung für die Familie war.
Bei unserer „neuen alten“ Bauerstube wurde die Sitzecke aus Holz neu bezogen, eine Lampe montiert und kurz darauf haben sich bereits die ersten BewohnerInnen zum gemeinsamen Bingo-Spiel in der Bauernstub´n eingefunden.
So wie alle anderen Themen-Inseln im Ulmenhof auch, soll der neue Bereich dazu beitragen, die Lebensqualität der BewohnerInnen zu verbessern. Natürlich sind auch Sie herzlich dazu eingeladen, bei Ihren Besuchen Platz zu nehmen.

Ein herzliches Danke an die Familie Siegl, die uns die Möbel für die Bauernstube zur Verfügung stellte!

„Garderoben-Winkerl“: Demenzprojekt im Ulmenhof

Auf den ersten Blick sieht man dieser einladenden Ecke gar nicht das Besondere an. Erst auf den zweiten Blick erkennt man an den Utensilien, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Garderobe für Angehörige oder Besucher handeln kann: Bunte Strickschals, Hauben, Strickpüppchen, Krawatten, Taschen mit Inhalt, warme Umhängetücher und Ketten laden passend zur Jahreszeit ein, entdeckt, begriffen und einige Zeit des Tages auch benutzt zu werden.
Mit den sogenannten Demenz-Inseln, die unseren an Demenz erkrankten BewohnerInnen eine zweckfreie Betätigung in einem geschützten Raum ermöglichen, ist im Ulmenhof Peggau soeben die erste besondere Insel entstanden: das „Garderoben-Winkerl“.
Eine erwachsengerechte Ecke, in der wertschätzende Beschäftigung und Betätigung herausgelockt werden können. Im „Garderoben-Winkerl“ gibt es eine Garderobe, Hakenleisten in unterschiedlicher Höhe, bunte Knopfaufhänger, einen großen Spiegel und gemütliche Sessel davor.

Daher gilt, was in großen Buchstaben an der Wand steht:
„Entdecken erlaubt“, „Begreifen erlaubt“, „Ausborgen erlaubt“, „Anziehen erlaubt“, „Tragen erlaubt“ und „Aufräumen erlaubt“.

„Meilenschritt und Fersengeld“

Mit diesen Wörtern wird ein Bewegungsimpuls beschrieben, der seit Herbstbeginn im Ulmenhof einlädt, noch bewußter in verschiedene Bewegungsformen zu kommen und zu bleiben. Begonnen haben wir mit einer Einladung an Hofrat Dr. Helmut Aigelsreiter, einem der führenden Bewegungsspezialisten, uns doch direkt im Ulmenhof seine Bewegungsphilosophie vorzustellen. Schließlich konnte er den mehrfachen drängenden Bitten von Hausleiterin Michaela Ziegler und Bewegungstherapeutin Monika Rex-Rainwald nicht widerstehen und wurde in einer sehr neugierigen, aufgeschlossenen großen BewohnerInnenrunde erwartungsvoll empfangen.

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Zwei Jahre Ulmenhof

Hausleiterin Michaela Ziegler

Vor genau zwei Jahren öffnete der neue Pflege mit Herz – Ulmenhof in Peggau seine Tore. Aus diesem Anlass führten wir mit Hausleiterin Michaela Ziegler ein Gespräch über das Alt- Werden und Alt- Sein.

Frau Ziegler, Sie und  das Pflegeteam rund um Frau Evelyn Wurzinger-Harg arbeiten täglich mit alten Menschen, wie kann Ihrer Ansicht nach eine angemessene Vergesellschaftung des Alterns aussehen?

In früheren Gesellschaften haben alte Menschen aufgrund ihrer Erfahrungen und Kenntnisse wichtige Entscheidungen getroffen bzw. dadurch sozialen Status und Autorität erlangt. Sie waren bis ins Hohe Alter ein „funktionstüchtiges“ Mitglied der Gesellschaft. Weiterlesen