Der Eschenhof in Semriach und warum Johann Karrer hier so gerne wohnt

Jedesmal, wenn ich hierher komme, gilt mein erster Blick der unvergleichlichen Landschaft. Und jedesmal, wenn ich hierherkomme, sehe ich einen älteren Herrn, immer mit blütenweißem Hemd, safaribeiger Hose und einem kleinen Hut. Bei beinahe jedem Besuch steht Herr Karrer – wie ich nun weiß – an seinem kleinen, eigenen Hochbeet und bearbeitet liebevoll seine Zierpflanzen.

Die Blumen blühen und gedeihen. Nur die Rosen machen ihm momentan zu schaffen. Sie haben irgendeine Krankheit und werfen vor der Zeit ihre Blätter ab. Was nicht dem Lauf des Lebens entspricht, denn noch ist Sommer und der Herbst könnte noch beruhigt warten, wenn denn nicht die Krankheit der Rosen da wäre. Dennoch ist Herr Karrer zuversichtlich, er selbst ist ja auch bereits im Herbst des Lebens und er findet ihn schön. Mit der geeigneten Pflege werden die Rosen sicher noch einmal blühen bevor der Herbst naht. Mit der geeigneten Pflege fühlt sich auch Johann Karrer im Semriacher Eschenhof ziemlich wohl. Hier verbringt er den Herbst seines Lebens. Warum er in den Eschenhof gezogen ist?

Gemeinschaft als Lebenselixier

Die Kinder sind in die Welt gezogen, die Ehefrau schon lange verstorben. Was blieb, war die Einsamkeit und der Herbst des Lebens. Die Wahl, in den Eschenhof zu ziehen, war die Erinnerung an die eigene Jugend. Johann Karrer, schlanke 84 Jahre alt, erzählt uns von seiner Jugend als „Kostkind“ in Semriach, von seiner Lehrzeit als Bäcker im Ort und dem Umzug nach Weinitzen. Hier hat er seiner Frau und den Kindern ein Haus gebaut, hier hat er sein Leben verbracht. Doch die Heimat war immer Semriach.

Eschenhof als beste Wahl

So sah er sich, in voller Vernunft, viele Seniorenwohngelegenheiten an. Er suchte in Graz, Andritz, Stattegg und wurde letztlich doch in Semriach fündig. Nicht nur wegen der alten Heimat, wegen der unglaublichen Landschaft, wegen des Schöcklblickes. Der Eschenhof bot ihm all jenes, was er im Herbst seines Lebens zum Glücklichsein benötigt.  Denn im Gegensatz zu anderen Seniorenwohnanlagen geben ihm die Menschen im Eschenhof jene Kraft, die es ihm erlaubt, den Herbst aktiv wahrzunehmen. Hier fühlt er sich geborgen, gut aufgehoben und deshalb ist er gerne hier. „Wir gehen tanzen“ erzählt er uns, „wir machen Ausflüge, und wir feiern, was das Zeug hält“. Dem Alter entsprechend halt, wie wir erfahren.

Alter als Erlebnis gestalten

Sicher, nicht alle sind so fit wie Herr Karrer, nicht alle tanzen so leichtfüßig wie er, doch selbst jene, die nicht mehr so können, lassen sich von der Lebensfreude der anderen anstecken. Dieser Grundsatz entspricht der Philosophie des Eschenhofes. Deshalb auch die Esche als Symbol.

Der Baum als Symbol für die Freiheit im Herbst des Lebens

„Die Wahl war gut“, so Karrer. Gabriele Kainz vom Eschenhof bestätigt unseren Eindruck und führt aus: „Wir, das Team vom Eschenhof, lassen nichts unversucht, um unseren Bewohnern ihre eigene Freiheit, Selbständigkeit und Würde zu erhalten.“ Herr Karrer indes, wird sich ein Medikament für seine Rosen besorgen. Im nahegelegenen Lagerhaus findet sich sicher etwas Passendes. Damit auch die Rosen einen schönen Lebensherbst erhalten. So wie er auch.

(Bericht: Peter Andreas Böning, Meine Heimat Schöckelland)

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